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Das Krebstagebuch

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Freitag, 09. November 2007

Posted am Dienstag, 18 Dezember, 2007 um 21:15 Uhr von Holger Appel

Begonnen hat alles am Freitag den 9. November 2007.

Am 9. November 1989 fiel in Berlin die Mauer, es ist der Geburtstag von Michael, ich war dran mit der Treppenreinigung und die BreddeCon sollte stattfinden die aber mangels Beteiligung ausfiel.

Am 9 November 2007 bekam ich innerhalb einer Stunde Schmerzen in der linken, oberen Brust, auch verstärkten sich die Schmerzen im linken Arm, die ich aber den ganzen Tag schon hatte. Dazu kam das ich Blut hustete.

Freitag Mittag 13.00 Uhr, die Ärzte haben alle schon Feierabend und für den Notdienst waren die Schmerzen nicht stark genug; das Wochenende würde ich schon überstehen.

Das Wochenende habe ich dann auch ganz gut ohne Schmerzmittel überstanden, den Sport habe ich ausfallen lasssen, nur das Bluthusten machte mir Sorgen.

Behandlung 2007

Montag, 12. November 2007

Am Morgen war ich nur kurz in die Firma, habe mich mit einigen Monteuren unterhalten und bin dann ab zum Arzt.

Es könnte ein Rippenbruch sein, aber auch eine Lungenembolie, meinte mein Hausarzt als er mich abtastete und abhorchte.

Er schickte mich mit zwei Überweisungen zum Röntgen. Die Röntgenpraxis ist im gleichen Haus, eine Etage tiefer. Nach einer längeren Wartezeit wurden von meinem Brustkorb zwei Röntgenaufnahmen gemacht.

Der Röntgenarzt der mich einige Zeit später hereinrief konnte auf den Röntgenaufnahmen nichts bemerkenswertes erkennen. Er entschloß sich meinen Hausarzt anzurufen um mit ihm über die Situation zu sprechen.

Es dauerte wieder eine ganz Zeit bis mich jemand in einen Raum rief; es sollte eine Computertomographie (CT) meines Brustkorbs gemacht werden.

Die Aufnahme wurde gemacht und ich durfte wieder im Wartezimmer Platz nehmen. Später rief mich der Röntgenarzt zu sich und zeigte mir die CT-Aufnahme. Er konnte mir einen Fremdkörper, an der Stelle zeigen, an der ich die Schmerzen hatte; er war sichtlich erfreut doch noch etwas gefunden zu haben. Meine Frage um was es sich dabei handelt, konnte er mir natürlich nicht beantworten.

Zurück zu meinem Hausarzt der soeben mit dem Röntgenarzt telefoniert hatte. Nach einem kurzen Gespräch überwies er mich an einen Facharzt für Pneumologie und schrieb mich für eine Woche krank.

Eigentlich machte ich mir bis jetzt keine sonderlichen Gedanken über meine momentanen Probleme. Vor ca. 10 Jahren hatte ich schon einmal soetwas ähnliches. Damals wurde eine Lungenentzündung nicht entdeckt und verschleppt. Es bildete sich eine undefinierbare Stelle auf der Lunge die in einer Solinger Klinik durch eine Bronchoskopie untersucht wurde. Es wurde eine Probe entnommen und nach sechs Wochen Wartezeit, in der ich einige Ängste ausgestanden habe, als gutmütig identifiziert wurde. So etwas wird es wohl wieder sein habe ich mir eingeredet.

Nachmittags bin ich dann zu dem Facharzt für Pneumologie.

Ich händigte schon bei der Anmeldung einer Sprechstundenhelferin die CD mit der "CT Thorax" aus. Vielleicht mußte ich deshalb nicht so lange warten, denn als ich zum Arzt gerufen wurde hatte der schon die Aufnahme auf dem Monitor. Nach einer kurzen, einseitigen Unterhaltung erklärte er mir dass er mir den Einweisungsschein ins Krankenhaus schon mitgeben würde; er kenne einige Mitarbeiter der Klinik und würde auch noch einige heute Abend treffen, meinte er. Man würde mich anrufen und mir einen Termin mitteilen wann ich in der Klinik sein sollte. Er notierte sich noch meine Telefonnummer, händigte mir die Papiere und die CD aus und entließ mich. Eigentlich hätte ich noch Fragen gehabt, aber ruck zuck war ich raus aus seinem Zimmer.

Ich ahnte langsam das meine Lage doch etwas anders einzuschätzen sei wie die vor 10 Jahren.

Ich fuhr nach Hause und habe Staub gesaugt, was mich ablenkte.

Um 16.20 Uhr klingelte das Telefon; es war eine Mitarbeiterin des Lungenarztes. Ich möchte mich doch morgen früh um 09.15 Uhr nüchtern mit den Unterlagen in der Klinik einfinden.

Jetzt wurde es ernst. Ich legte eine Flasche Jubi in die Icebox.

Dienstag, 13. bis Montag 19. November 2007

Die Zeit vom Dienstag, 13. November bis zum Montag, den 19. November verbrachte ich dann in der Klinik. Es wurden alle möglichen Versuche, CTs, MRTs usw. an mir durchgeführt. Alle Behandlungen und Untersuchungen, bis auf etliche Blutentnahmen und Transfusionen, waren unblutig.
Später erfuhr ich, das die Untersuchungen durchgeführt wurden, um festzustellen ob meine anderen "Aggregate" bei Entfernung des linken Lungenflügels, in der Lage sind, mich am Leben zu erhalten. Dazu wurden bei einem späteren Krankenhausaufenthalt weitere Untersuchungen durchgeführt.

Mit einem handgeschriebenem Entlassungsbericht wurde ich dann am Montag, den 19. November entlassen. Der Entlassungsbericht war an meinen überweisenden Lungenarzt gerichtet; die leitende Ärztin sagte mir ich solle damit zu meinem Hausarzt gehen, um mir bei ihm die Tabletten verschreiben zu lassen. Desweiteren solle ich mich am Donnerstag, den 22. November um 11.00 Uhr bei der Stationsärztin melden; dann wäre mein Fall in der Tumorkonferenz am Tag zuvor besprochen worden und die weitere Vorgehensweise beschlossen worden.

Am selben Tag bin ich dann zu meinem Hausarzt. Der hat am Montagnachmittag aber keine Sprechstunde. Also bin ich zu seiner Vertretung. Der zeigte sich sehr verwundert über den unprofessionellen, handgeschriebenen Entlassungsbericht. Die verschriebenen Medikamente waren am unteren Rand des DIN A4-Blattes nur sehr schwer lesbar und teilweise unvollständig vermerkt worden. Es dauerte einige Zeit bis der Arzt die Medikation zusammengestellt und die Rezepte ausgestellt hatte.

Donnerstag, 22. November 2007

Am Donnerstag, den 22. November um 11.00 Uhr war ich in der Klinik um von der Stationsärztin die weitere Behandlung meiner Krankheit zu erfahren.
Die Ärztin erklärte mir, dass mein "Fall" gestern in der Tumorkonferenz behandelt wurde und man zu folgendem Ergebnis gekommen ist: Es wird ein kleiner Schnitt im Bereich des "Platzhalters" gemacht um eine Probe des entzündlichen Gewebes zu entnehmen. Diese wird dann untersucht um dann zu entscheiden wie weiter vorgegangen wird.

Ihre Ausführungen hörten sich nicht angsteinflößend an.

"Kleiner Schnitt, Probenendnahme, Untersuchung".
Sie hatte auch schon einen Termin für mich.

Am Dienstag, den 27. November um 11.00 Uhr solle ich mich im Hospital einfinden. Am nächsten Tag würde dann die Operation durchgeführt.

Freitag, 23. November 2007

Sieben Jahre ohne Zigarette...

Dienstag, 27. November 2007

Aufnahme und Entlassung aus dem Krankenhaus. Da mir keiner erklärt hatte, dass ich die Tabletten zur Blutverdünnung vor der Operation hätte absetzen müssen, wollten die beiden Ärzte nicht operieren.
Ich wurde am Nachmittag wieder entlassen.

Dienstag, 4. Dezember 2007

Aufnahme im Krankenhaus zur Thorakotomie (Lungen-Operation).

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Durchführung der Thorakotomie (Lungen- Operation).

Freitag, 14. Dezember 2007

Entlassung aus dem Krankenhaus nach Thorakotomie (Lungen-Operation).

Diagnosen: Kleinzelliges Bronchialkarzinom zentral links cT2, pN1, cM0, Limited disease.
Therapie: Diagnostische explorative Thorakotomie links mit Hiluslymph-knotenbiopsie

So steht es im Entlassungsbericht vom 14.12.2007.
Der erste Abschnitt der Therapie war damit beendet.

17. Dezember 2007

Vorstellung bei einem Arzt der Onkologie. Es wurden einige Dinge zur kommenden Chemotherapie geklärt.