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Das Krebstagebuch

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Behandlung 2008

Dienstag, 1. Januar 2008

Morgen beginnen nun die Vorbereitungen für die kommende Chemotherapie.

Heute soll ich mich im Krankenhaus, im ambulanten internistischen Bereich (AIB), einfinden. Man wird mir Blut abzapfen und einige vorbereitende Arbeiten an mir vornehmen. Meinen Urin, den ich seit heute morgen in einem speziellen Gefäß auffange, soll ich mitbringen.

Mittwoch, 2. Januar 2008

Rechtzeitig fand ich mich im AIB ein. Nach den Feiertagen lief es bei den Damen der Aufnahme noch nicht so flüssig, außerdem bin ich wohl gerade zu einer Raucherpause eingetroffen.
Ich wurde zum EKG und zur Untersuchung des Herzens in die 1. Etage geschickt; es folgte eine Wegbeschreibung die mich etliche Male auf der 1. Etage herumirren ließ. Eine freundliche Schwester half endlich. Die selbe Schwester machte dann auch das EKG von mir. Danach bat sie mich zu warten bis der Doktor eintrifft um die Untersuchung des Herzens an mir durchzuführen.
Nach ca. 10 Minuten kam sie zu mir und entschuldigte sich, das der Doktor erst in 5 bis 10 Minuten eintreffen würde.

Ca. 10 Minuten später kam der Doktor, er führte mich in das Untersuchungs- zimmer und bat mich den Oberkörper frei zu machen und mich auf die Liege zu legen. Ich erzählte ihm, das die Untersuchung von ihm vor ca. 4 Wochen schon einmal durchgeführt worden war. Er sah im Computer nach, entdeckte wohl den Eintrag von mir, griff zum Hörer und machte seiner Aufregung Luft. "Wir sind hier voll bis oben hin und ihr macht solche unmöglichen Termine...!", waren einige seiner Worte.

Ich konnte mich wieder anziehen ohne das eine Untersuchung durchgeführt wurde. Anschließend meldete ich mich wieder an der Aufnahme.

Nachdem eine Schwester mir noch etliche "Probeflaschen" Blut abgenom- men hatte, beantwortete ich ihr noch die Frage nach meiner Telefon- nummer. Damit war mein Aufenthalt für diesen Tag beendet.

Der Rest des Tages gestaltete sich sehr unangenehm. Ab ca. 13.00 Uhr bekam ich starke Schmerzen im Bereich der OP-Narbe. Außerdem bekam ich Schüttelfrost. Mit zwei Decken habe ich mich zu Bett gelegt und dann auch bis 19.00 Uhr geschlafen. Die Rest der Nacht war dann schlaflos. Morgens tauchte der Schüttelfrost kurz wieder auf, nach einem heißen Kaffee verging er aber wieder.

Donnerstag, 3. Januar 2008

Heute habe ich einen Termin für eine MRT-Untersuchung des Schädels.
Gegen 9.45 Uhr treffe ich an der Aufnahme ein. Man drückt mir ein Schreiben in die Hand und schickt mich auf die untere Etage. Auf der unteren Etage bemerkt eine Schwester mein Suchen und zeigt mir den Weg zur Anmeldung.

Nach dem Ausfüllen einiger Formulare bittet man mich auf dem Gang Platz zu nehmen. Nach ca. 20 Minuten werde ich hereingerufen. Auch hier mußten einige Formulare ausgefüllt werden. Danach setzte man mir noch eine Kupplung mit Schlauch und Spritze in den linken Arm. Während der Untersuchung würde man mir damit eine Kontrastflüssigkeit spritzen, erklärte mir eine Ärztin. Nach ein paar Minuten des Wartens wurde ich hereingerufen. Ich nahm auf dem Schlitten des Gerätes Platz, mein Kopf wurde durch eine Vorrichtung fixiert, was nicht sehr angenehm war.

Ca. 15 - 20 Minuten wird die Aktion gedauert haben. Danach begab ich mich wieder zur Anmeldung. Nachdem ich meine Telefonnummer (wiederholt) hinterlassen hatte, konnte ich gehen. Man würde mich anrufen und mich über die weitere Vorgehensweise informieren.

Gegen ca 13.00 Uhr traten die Schmerzen wieder auf, diesmal ohne Schüttelfrost. Ich habe mich für zwei Stunden hingelegt. Die Schmerzen ließen erst nach, nach dem ich die Tabletten geschluckt hatte.
Der abendliche Espresso schmeckte dann wieder wie an den schmerzfreien Tagen.

Freitag, 4. Januar 2008

Gegen 12.50 Uhr erhalte ich einen Anruf aus der Klinik.
Die MRT von gestern wäre OK. Die stationäre Aufnahme erfolgt am 10. Januar gegen 10.00 Uhr auf der Station 3C. Dort wird man mir alles über die Chemotherapie erklären. Der Aufenthalt kann eine Woche dauern, aber auch nur 3 bis 4 Tage.

Freitag, 11. Januar bis Sonntag, 13. Januar 2008

Die ersten drei Zyklen der Chemotherapie waren heute um ca. 13.00 Uhr beendet.
Ich fühle mich matt, habe Schmerzen in der Brust und zeitweise ein Gefühl als müsste ich mich übergeben.

Dienstag, 29. Januar 2008

Portimplantation.
Für die vergangene Chemotherapie vom 11. bis 13. Januar mußte in einen Arm ein Zugang gelegt werden. Der Zugang sollte dann für die drei Tage der Chemotherapie bestehen bleiben.
Das heißt man ist damit nur eingeschränkt beweglich. Mein Zugang war nach dem zweiten Tag verstopft und mußte neu gesetzt werden. Daraufhin empfahl man mir einen Port legen zu lassen. Ich konnte mit dem 'Port' nichts anfangen bis mir ein Mitpatient seinen Port zeigte und die Vorteile beschrieb. Daraufhin habe ich mich entschlossen einen Port legen zu lassen und mich bei der ambulanten Chirurgie angemeldet.

"Therapie: 29.01.08 Portimplantation via v. cephalice rechts"

So steht es im Abschlußbericht der ambulanten Operation. Die Aktion fand in den frühen Morgenstunden des heutigen Tages statt. 07.00 Uhr Anmeldung bei der ambulanten Chirurgie. Zuweisung eines Zimmers.

Der Operateur, Herr Dr. R., erscheint in seinem grünen Arbeitsanzug und erklärt mir die einzelnen Schritte der Operation.

Der Mann strahlt ein unwahrscheinliches Vertrauen aus, ich habe soetwas noch nicht erlebt.

Ich bekomme eine Tablette und werde wenig später in einen Operationssaal geschoben. Mein Körper wird mit grünen Tüchern abgedeckt. Vor meinem Kopf befindet sich ein Sichtschutz, ich sehe den vermummten Operateur zwar, meine Wunde aber natürlich nicht.
Der Operateur und sein Assistent unterhalten sich u.a. über Fußball.

Von der eigentlichen Operation bekomme ich nichts mit. Ich bitte 'jemanden' mir den Port zu zeigen; zu spät, man hat den einzigen Port schon unter meine Haut geschoben. Statt dessen hält man mir das Bild von einem Port vor die Nase. (Wenn ich draußen bin 'google' ich mal nach Port medizin)

Nach gefühlten 60 Minuten war die Operation beendet, ich wurde in mein Zimmer zurückgeschoben. Ca. 1 Stunde werde ich geschlafen haben bis Herr Dr. R. erscheint und mir erzählt dass alles geklappt hat.

Eine weitere Karte kann ich seitdem mein Eigen nennen. Neben der Karte meiner Medikation und dem Organspendeausweis besitze ich eine Karte für den Port. Verzeichnet sind darauf folgende Daten 'Implanted Port', mit Product Code, Lot Number, Implant Date, Implant Site und Implanting Physican.

Freitag, 01. bis Sonntag, 03. Februar 2008

Zweite Chemotherapie mit den Zyklen eins bis drei stationär durchgeführt.

Freitag, 22. bis Sonntag, 24. Februar 2008

Dritte Chemotherapie mit den Zyklen eins bis drei stationär durchgeführt.

Montag, 25. Februar 2008

Der dritte Zyklus der Chemotherapie war gestern beendet. Am Freitag gab es drei Infusionen, eine mehr wie sonst. Mit der dritten Infusion soll dem Gefühl der Übelkeit, dass mich nach dem 2. Zyklus fertig machte und ans Bett fesselte, besser begegnet werden.
Am Samstag und Sonntag gab es dann die eigentliche Chemotherapie-Infusion und die Infusion gegen die Nebenwirkungen.

Das Gefühl der Übelkeit war an allen Tagen, auch heute, zu verspüren; es ist aber nicht so stark wie nach den anderen Zyklen.
Onkologisches Procedere: Restaging nach dem 3. Zyklus und Klärung des weiteren Procedere.

Mittwoch, 5. März 2008

Lohnt sich das denn noch...?

Seit gestern arbeitet hier ein MacBook Pro 15" mit 2.2 GHz Core 2 Duo, 4 GB Arbeitsspeicher und 120 GB HD mit Mac OS X Version 10.5.
Spötter schütteln natürlich den Kopf und sagen: "So einen Rechner mit dem Betriebssystem bei der Diagnose!

Freitag, 14. bis Sonntag, 16. März 2008

Vierte Chemotherapie mit den Zyklen eins bis drei stationär durchgeführt.

Wie üblich gab es am Freitag drei Infusionen wovon eine ein Mittel gegen die Übelkeit (Dexamethason) war. An den beiden anderen Tagen gab es die eigentliche Infusion plus das Mittel gegen die Übelkeit.

Die dritte Chemoterapie hatte ich, was die Übelkeit betraf, gut überstanden. Das Problem ist die allgemeine Schwäche die von Zyklus zu Zyklus schlimmer wird. Wenn man die Ärzte daraufhin anspricht "zucken" sie nur mit den Schultern und jeder hat eine andere Ansicht von dem Thema. Aber niemand hat eine Lösung!

In der vergangenen Woche liefen einige Untersuchungen ab. Unter anderem auch eine zweite CT-Aufnahme. Die erste Aufnahme war ja gleichzeitig auch die Entdeckung des Platzhalters in der Lunge und der Beginn der Befundaufnahme bzw. der Behandlung.
Die beiden Aufnahmen sollten am Ende letzter Woche verglichen worden. Vom Ergebnis hängt dann die weitere Therapie ab. Hat sich der Tumor verkleinert würde die Behandlung mit zwei Zyklen weitergeführt werden; hat sich nichts geändert würde eine andere Behandlung eingeschlagen.

Das Ergebnis erfuhr ich dann am Freitag zu Beginn der Chemotherapie mündlich. Der Tumor hat sich verkleinert!
Eigentlich hatte ich mit keinem anderen Ergebnis gerechnet; war aber doch froh es von einem Arzt erfahren zu haben.

Donnerstag, 3. April 2008

Therapie verschoben.
Morgen sollte eigentlich die fünfte Chemotherapie beginnen. Da bei der gestrigen Blutuntersuchung der Wert der Leukozyten (weiße Blutkörperchen) zu gering war, wurde heute Morgen eine weitere Untersuchung durchgeführt. Auch diesmal war der WBC-Wert zu gering so das die Therapie ersteinmal auf Montag verschoben wird.

Freitag, 07. bis Sonntag, 09. April 2008

Fünfte Chemotherapie mit den Zyklen eins bis drei stationär durchgeführt.
Für den 28. April war eine sechste Chemotherapie vorgesehen worden. Herr Dr. S. sagt die aber ab wegen meines Erschöpfungssyndroms.

Donnerstag, 1. Mai 2008

Haben sie Dich jetzt aufgegeben?
Den Spruch mußte ich mir am Montag anhören nachdem ich vom Arzt gekommen war und erzählt hatte wie meine Behandlung wohl zukünftig weitergehen soll. Klar, wer austeilt muß auch einstecken können.

Aber der Reihe nach: Nachdem der 5. Zyklus der Chemotherapie am 9. April abgeschlossen war, sollte der 6. Zyklus am 28. April beginnen.
Vor der Therapie wird immer eine Konrolle des Blutes durchgeführt. Dabei ist u.a. der Wert der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) eine Aussage dafür ob die nächste Chemotherapie durchgeführt werden kann.

Am Donnerstag, den 24. April wurde mein Blut kontrolliert und ergab einen WBC-Wert von 1,3; die Chemopherapie konnte somit nicht wie geplant durchgeführt werden.

Da sich der Wert sehr schnell ändern kann, sollte ich am nächsten Tag zu einer weiteren Blutkontrolle erscheinen. Der ermittelte Wert betrug 1,5; noch immer zu gering für die Therapie. Gleichzeitig fand man einen erhöhten Entzündungswert in meinem Blut. Um diesen Wert zu senken wurde mir Antibiotika verschrieben und ich sollte am Samstag zu einer weiteren Kontrolle im Krankenhaus erscheinen.

Die Antibiotika nahm ich wie verschrieben zusammen mit meinen anderen Tabletten ein.

In der Nacht von Freitag auf Samstag bekam ich so starke Schmerzen im Unterleib das ich erst gegen 15.00 Uhr, nachdem die Schmerzen nachgelassen hatten, im Krankenhaus zur Blutkontrolle erscheinen konnte. Der Wert für die weißen Blutkörperchen war auf 2,3 angestiegen, aber auch der Wert für die Entzündung hatte sich erhöht. Also am Sonntag nochmal zur Blutkontrolle.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wieder das gleiche Schauspiel wie in der vorigen Nacht, starke Schmerzen im Unterleib die am Vormittag langsam zurückgingen. Die Blutkontrolle ergab einen WBC-Wert von 2,6 aber der Wert für die Entzündung hatte sich auch wieder erhöht.

Am Montag konnte ich auch erst um 15.00 Uhr im Krankenhaus erscheinen, dann hatten sich die Schmerzen im Unterleib langsam gelegt. Der WBC-Wert lag bei 5,3, danach könnte die Therapie also durchgeführt werden. Der Wert für die Entzündung wurde nicht ermittelt. Dem Arzt teilte ich meine Beschwerden mit und sagte ihm das ich die Antibiotika nicht mehr nehmen würde, da ich den Verdacht hatte das meine Schmerzen daher rührten.

Dienstag Morgen war ich gegen 10.00 Uhr in der Klinik, die Schmerzen in der Nacht waren lange nicht so stark wie in den Nächten davor. Mein Wert für die weißen Blutkörperchen war Ok.

Da an dem Morgen wohl kein Assistensarzt auf der Station zur Verfügung stand mußte ich zum Chef der Abteilung. Was der mir dann mitteilte verwunderte mich etwas:
Die 6. Chemotherapie sollte nicht mehr durchgeführt werden weil sich mein Körper nach den fünf Therapien immer langsamer erholt hatte und dadurch immer weiter geschwächt wurde.

Weiter erzählte er mir, dass am Mittwoch (gestern) die wöchentliche Tumorkonferenz stattfindet an dem dann auch mein Tumor vorgestellt wird. In dieser Konferenz sind Spezialisten aus allen Abteilungen vertreten die dann über die weitere Behandlung meines Tumors entscheiden werden.

Im Moment ist somit alles offen. Es kann eine weitere Chemotherapie, eine Operation, eine Strahlenbehandlung und/oder ein Mix aus allem werden.

Morgen habe ich einen Termin beim "Chef".

Freitag, 2. Mai 2008

...nicht ob, sondern wann...
Heute hatte ich das Gespräch mit dem "Chef". Meinen Tumor hatte er am Mittwoch in der Tumorkonferenz vorgestellt.
Die Chirurgen rieten von einer Operation ab, da die Rückfallquote sehr hoch sei. "Dann hat man einen Teil der Lunge entfernt und der Krebs kommt dann doch zurück!"

Eine weitere Chemotherapie kommt auch nicht in Frage, da die Zeit bis sich mein Blut erholt hatte immer länger dauerte und der Körper dadurch weiter geschwächt würde.
Bleibt also nur die Bestrahlung. Dabei würden die betroffenen Lymphknoten und der Schädel bestrahlt. Der Schädel deshalb weil meine Art von Krebs sich sehr gern im Schädel ansiedelt. Die ganze Sache geht natürlich nicht ohne Nebenwirkung.

"Bei Ihrem Krebs stellt sich nicht die Frage ob der Krebs wiederkommt, sondern wann!" sagte er während des Gesprächs.

Mittwoch, 14. Mai 2008

Die Behandlung geht weiter...
Heute hatte ich ein Beratungsgespräch zur Strahlentherapie bei Frau Dr. F. Die Beratung fand statt an Hand der "Dokumentierten Patientenaufklärung". Strahlentherapie im Thoraxbereich (Brusthöhle) + Ganzhirnbestrahlung. Das letzte Wort war handschriftlich hinzugefügt worden.

Die Beratung dauerte ca. 30 Minuten. Frau Doktor konnte alle meine Fragen kompetent beantworten.

Zum Abschluß des Gesprächs habe ich dann die Patientenaufklärung unterschrieben und damit den Startschuß für die Strahlentherapie gegeben.

Alle Nebenwirkungen will ich hier nicht auflisten, aber man kann sich vorstellen was passiert wenn man mit Röntgenstrahlen beschossen wird die in der Lage sind Gewebe zu zerstören. Dabei treffen die Strahlen ja nicht nur das kranke Gewebe.

Durch die Strahlung wird sich das Volumen des Gehirns vergrößern. Die Linsen der Augen werden sich trüben, wie beim grauen Star. Schluckbeschwerden werden auftreten durch die Bestrahlung der Speiseröhre; dagegen hilft Salbeiteee den ich schon jetzt zur Vorbeugung trinken soll. Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Übelkeit, Lungenentzündung und Herzrythmusstörungen sind nur einige der aufgelisteten und angesprochenen Nebenwirkungen. Ein Satz fiel mir u.a. auf. "Schwere lebensbedrohliche Zwischenfälle sind aber sehr selten". Wie tröstlich.

Am Freitag, den 16.05.08 habe ich den nächsten Termin. U. a. steht auf dem Auftrag der internen Überweisung: MRT Schädel, Ganzhirnbestrahlung geplant, Fragestellung: Ausschluß von Hirnmetastasen (MRT 3.1.08 unauffällig).

Am 20. Mai wird eine Gesichtsmaske zur genauen Ausrichtung bei der Hirnbestrahlung angefertigt.

Am 28. Mai wird dann eine Simulation der Bestrahlung durchgeführt bei der die berechneten Punkte festgelegt und auf die Haut gezeichnet werden (nicht abwaschen und nicht selbst nachzeichnen).

Am 29. Mai findet dann die erste Bestrahlung statt.

Bestrahlt wird von Montag bis Freitag, 5 Wochen lang. Sonnabend, Sonntag und an Feiertagen findet keine Bestrahlung statt.
Dann Prost - mit Salbeitee!

Freitag, 16. Mai 2008

MRT Schädel.
Die MRT-Aufnahme verlief bis ein paar blaue Flecken an den Unterarmen und leichtem Blutverlust ohne besondere Vorkommnisse.

Die Durchführung an sich ist schon unangenehm genug. Mit fixiertem Kopf ca. 20 Minuten in einer engen Röhre zuzubringen und von unangenehmen, lauten Geräuschen beschallt zu werden, ist nicht gerade prickelnd.

Die blauen Flecken bildeten sich nachdem die Schwester, scheinbar ungeübt, versuchte einen Zugang für das Kontrastmittel zu schaffen. Nachdem es ihr bei meinen linken Unterarm nicht gelang, versuchte sie es mehrfach an meinem rechten Arm. Irgendwann klappte es dann.
Den leichten Blutverlust erlitt ich beim Entfernen des Zugangs.

Ein Ergebniss habe ich noch nicht erhalten. Nachfragen werden ich zum nächsten Termin am 20. Mai wenn eine CT durchgeführt werden soll.

Dienstag, 20. Mai 2008

Maske + CT.
...so stand es für gestern auf dem Terminkarte. Außerdem wollte ich das Ergebniss meiner MRT-Aufnahme vom Freitag erfahren.

Nach der obligatorischen Wartezeit kam eine junge Asiatin und führte mich in einen abgedunkelten Raum um die Maske für die Strahlenbehandlung des Kopfes anzufertigen.


Mit der Maske wird der Schädel für die Strahlenbehandlung fixiert.

Ich mußte den Oberkörper frei machen, mich auf einen Tisch legen und den Kopf in einen schwarzen Klotz mit einer Ausbuchtung legen.

Nachdem die Schwester mir je einen Strich mit einem Stift auf Nase und Kinn gemacht hatte, wurde ich unter ein Gerät gefahren dass ein rotes Fadenkreuz aus Licht auf mein Gesicht zeichnete.

Die Schwester zeigt mir ein hellgrünes Plastiggeflecht und erklärte mir dass sie mir das Geflecht, nachdem sie es in Wasser getaucht hätte, auf mein Gesicht legen würde. Das Geflecht würde durch die Reaktion mit Wasser sehr warm und sehr biegsam werden, so erklärte sie es mir. Sie würde das Teil dann auf mein Gesicht legen und meiner Kopfform anpassen.

Genauso passierte es dann auch. Zu Anfang war das Geflecht zu heiß so das die Schwester einige Sekunden abwartete. Danach wurde das nasse warme Teil auf meinen Kopf gelegt.

Als erstes wurde die Folie im Bereich des Gesichts geöffnet, so das ich gut atmen und auch sehen konnte. Eine zweite Schwester kam zur Unterstützung, so sagte sie, und formte die Folie auf meiner rechten Kopfseite. Auf jeder Kopfseite war nun eine Schwester damit beschäftigt die Folie meiner Kopfform anzupassen.
Die Folie kühlte dann auch sehr schnell ab und härtete aus. Die Schwester nahm die Folie von meinem Kopf und fuhr mich mit dem Tisch in die Ausgangsposition.

Danach wischte mir die Schwester die Markierungen von Nase und Kinn, drückte mir die Maske in die Hand und schickte mich auf den Weg zum CT.

Nach der obligatorische Wartezeit wurde ich von meiner Asiatin in den CT-Raum geführt. Oberkörper freimachen, auf den Tisch legen, alles wie gehabt.

Dann stülpt mir die Schwester die Maske über den Kopf. Sie fixiert die Maske an drei Seiten, links, rechts und hinten und zwar so, das ich meinen Kopf absolut nicht mehr bewegen und nur mit Mühe schlucken konnte.

Mich überkommt ein Gefühl der absoluten Hilflosigkeit und ich denke an das "waterboarding". Ich kann alle Gliedmaßen bewegen, bin aber trotzdem gefesselt. Solch eine Hilflosigkeit habe ich bis jetzt nur in meinen Träumen erlebt!

Nachdem ich mehrfach durch den Ring der CT-Anlage gefahren wurde und auf die Kopf-Maske einige Markierungen gezeichnet wurden, mussten die Markierungen für die Bestrahlungen der Lunge gesetzt werden.

Dazu wurde ich einige Male durch den "Ring" gefahren. Die Asiatin setzte unter meiner linken und rechten Achsel und auf meiner Brust Markierungen. Die Markierungen auf der Haut, ich denke das ist mit einem wasserfesten Filzstift gemacht, sind mit einer Folie überklebt in deren Mittelpunkt sich ein kleines Metallstück befindet. Diese Marken sollen bleiben bis die Strahlen- therapie beendet ist. Mit dem Hinweis das ich nicht duschen und die markierten Stellen nicht waschen darf, wurde ich entlassen.

Nun wollte ich doch endlich noch wissen wie das Ergebnis der Aufnahme von Freitag ausgefallen war. Bei der Anmeldung hatte man mir gesagt, das der Bericht bereits geschrieben aber noch nicht freigegeben worden war. Ein Ergebnis mußte also vorliegen. Auf dem Weg zurück zur Anmeldung kam ich am Zimmer von Frau Dr. F. vorbei, sie war anwesend. Ich bin in das Zimmer, habe mich vorgestellt, und ihr mein Anliegen geschildert.

Sie konnte sich nicht an mich erinnern und konnte mit dem was ich von ihr wollte anfangs nichts anfangen. Also stellt ich mich nochmals vor und erklärte ihr nochmals was ich von ihr wollte. Sie begriff und bat mich im Wartezimmer Platz zu nehmen.

Kann es sein, das Ärzte nicht begreifen, das man auf heißen Kohlen sitzt bis man das Ergebnis einer Untersuchung erhalten hat? In meinem Fall heißt das: Metastasen im Kopf ja oder nein. Für den Arzt bedeuted Metastasen 'Ja' nur das Einstellen der Bestrahlungsanlage auf eine höhere Dosis, wahr- scheinlich ist nur ein Knopf ein wenig weiter nach rechts zu drehen.
Für mich bedeuted das 'Ja' oder 'Nein' eine längere Lebenserwartung ja oder nein.

Nach ca. 10 Minuten kam Frau Doktor und bat mich in ihr Zimmer. Sie hatte sich die Aufnahme vom Freitag angesehen und keine Auffälligkeiten entdeckt. Sie wäre zwar kein Röntgologe, könne aber aus ihrer langen Erfahrung heraus solche Aufnahmen beurteilen, erklärte sie mir.

"Mehr wollte ich doch garnicht"!

Mittwoch, 28. Mai 2008

Simulation.
Wie beim letzten Mal auch, empfängt mich wieder die kleine Asiatin. Ich muss den Oberkörper frei machen und mich auf die Liege des Meßtisches legen.

Hier bekam ich beim letzten Besuch die Markierungen auf die Haut gemalt und die Maske wurde hier angefertigt.

Eine Art Röntgengerät fährt zuerst um meinen Oberkörper im Bereich der Lunge, dabei zeichnet die Ärztin weitere Markierung auf meine Haut.

Dann wird mir die Maske aufgesetzt und festgespannt. Auf die Maske wird seitlich Pflaster geklebt, auf die später Markierungen gezeichnet werden, erklärte mir die Ärztin.

Die kleine Asiatin die beim letzten Besuch die Maske angefertigt hat und der ich von meiner Angst darunter erzählte hatte, erinnerte sich und meint, dass ich die Maske heute nicht sehr lange tragen muss.

Nachdem das Gerät mehrmals um meinen Kopf gefahren war und die Markierungen angebracht waren, ist die Aktion beendet und ich werde entlassen.
Zuvor erklärte mir die Ärztin noch, dass ich die bestrahlten Stellen drei Mal täglich mit Baby Puder zu behandeln hätte.
Ok, seitdem benutze ich "Penaten Baby Puder" - beugt Hautrötungen vor. Ein roter kahler Schädel sieht nun wirklich nicht appetitlich aus!

Übrigens Schädel: auf dem wächst seit ca. 14 Tagen Tagen ein weisser Flaum.

Eine Freundin sieht sich den Flaum genauer an und meint: "Da wachsen Haare an Stellen die früher kahl waren"! Chemotherapie als Haarwuchs- mittel? Wohl eher nicht!

Die momentane "Haarpracht" wird die nächsten fünf Wochen wohl nicht überleben. Haarausfall ist eine der wenigen ertragbaren Nebenwirkungen der Therapie für mich.

Donnerstag, 29. Mai 2008

1. Bestrahlung.
Ich melde mich bei der Anmeldung und werde gebeten im Wartebereich Platz zu nehmen.

Etwas später ruft mich eine Schwester in eine der Umkleidekabinen und fordert mich auf den Oberkörper frei zu machen. Anschließend führt sie mich durch eine automatische Tür in einen ca. 10 m langen Gang der in einem Raum von ca. 100 qm Größe endet.

In der Mitte des Raums steht die Bestrahlungsanlage, eine Bedienungs- einheit hängt von der Decke, die Beleuchtung ist gedämmt.

Nach Aufforderung der Schwester lege ich mich auf den Tisch. Der Kopf ist in den schwarzen Klotz zu legen, die Knie sind über dem Unterstützungskissen zu plazieren.

Zuerst wird die Lunge bestrahlt. Von allen vier Seiten ca. 15 bis 20 Sekunden je Stellung.

Aus den Augenwinkeln heraus sehe ich vor jeder Bestrahlung eine Lampe aufleuchten, kurz darauf brummt ein Trafo, danach ein Zweiter.

Vor dem ändern auf die nächste Position, kommt die Schwester herein und wechselt eine Plexiglasplatte in dem Bestrahlungskopf aus, die verschiedene Bohrungen aufweist.

Anschließend verlässt die Schwester den Raum und die Anlage fährt in die nächste Position.

Danach wird mir die Maske für die Bestrahlung des Schädels aufgesetzt und festgespannt. Wieder habe ich das Gefühl der absoluten Hilflosigkeit.

Die Maske sitzt so stramm, das ich noch Stunden später die Abdrücke davon auf der Stirn habe.

Die Schwester kommt herein und fährt die Liege in die Ausgangsposition.

Undramatisch ist damit die erste Sitzung beendet.

Freitag, 30. Mai 2008

2. Bestrahlung.
Nach der Anmeldung, das nette Mädel an der Anmeldung kennt inzwischen meinen Namen, werfe ich meine Terminkarte in einen Briefschlitz.

Damit teile ich der Bestrahlungsabteilung mit, das ich eingetroffen bin.

Pünktlich werde ich aufgerufen. Oberkörper freimachen, Handtuch nehmen und in den Bestrahlungsraum gehen.
Brille ablegen, Handtuch auf den Tisch legen, den Kopf in dem Gummiklotz plazieren und die Beine über die Kniepolster legen. Das ist die Prozedur die man bei jeder Behandlung auszuführen hat.
Danach beginnt die Bestrahlung.

Der Kopf sollte diesesmal zuerst bestrahlt werden. Die Schwester musste sich sehr anstrengen um die Maske in den Verschlüssen festzusetzten, sie benötigte mehrere Versuche bei denen ich den Kopf immer wieder in eine andere Stellung bringen musste. Mit Hilfe einer Kollegin gelang es ihr endlich meinen Schädel festzusetzen.

Die Maske drückte während der Behandlung sehr stark auf Kinn und Stirn. So stelle ich mir Folter vor.

Nach der "Folter" versicherte mir die Schwester, dass die Maske geändert werden würde. Ich hörte aus dem Hintergrund wie sie mit ihrer Kollegin darüber sprach und das Wort 'Fön' fiel.

Anschließend erfolgte die Bestrahlung der Lunge.

Als ich zurück in meine Umkleidekabine komme, liegt dort meine Terminkarte mit dem nächsten Termin.

Montag, 2. Juni 2008

3. Bestrahlung.
Die gleiche Prozedur wie bei den anderen Bestrahlungen.

Die Maske war etwas geweitet worden, so dass es darunter auszuhalten war, nur auf der Stirn saß sie noch sehr fest, so konnte man die Abdrücke noch einige Zeit später darauf bewundern.

Ca. eine Stunde nach der Bestrahlung zeigte sich die erste spürbare Nebenwirkung, Übelkeit.

Nun war sie wieder da! Was habe ich nicht schon alles an Mitteln ausprobiert um ihr entgegen zu wirken, nichts hat geholfen. Man ist, wie unter der Maske, absolut hilflos.

In den nächsten Stunden traue ich mich nicht aus dem Haus, denn sollte mich die Übelkeit auf der Straße überkommen, müsste ich mich vielleicht von Passanten beschimpfen lassen: "Sie sollten nicht soviel trinken"!

Einem Patienten aus der Strahlentherapie ist das passiert. Ein Hilfeangebot erhielt er nicht.

Deshalb sehe ich immer zu, das ich nach der Behandlung schnellstens nach Hause komme, damit mir soetwas nicht passiert.

Zu meinem Glück dauerte die Übelkeit nicht sehr lange an, so konnte ich noch zum Einkaufen fahren.

Die nächste Behandlung habe ich am Dienstag, den 3. Juni 2008 um 12.30 Uhr.

Dienstag, 3. Juni 2008

4. Bestrahlung.
Heute mußte ich ca. 45 Minuten warten bis ich aufgerufen wurde. Seit ich meine Zeit des öfteren in Wartezimmern verbringen muß, gehört zu meiner Ausrüstung eine Zeitschrift. So ist die Wartezeit einigermaßen sinnvoll zu nutzen.

Nach einiger Zeit in der Umkleidekabine wurde mir übel, das ärgste konnte aber verhindert werden.

Die Prozedur war wieder die Gleiche. Zuerst wurde der Kopf bestrahlt. Unter der Maske stellte ich mir die Frage: was passiert wenn mir in dieser Situation übel wird und das ärgste nicht zu verhindern ist?

Die Frage stellte ich nach der Behandlung der Schwester.

Ich würde die gesamte Zeit von ihr und einer Kollegin beobachtet, sollte mir unwohl werden solle ich einen Arm heben, erklärt sie mir.
Abschliesend meinte sie: "Also stellen Sie hier nichts an, Sie werden beobachtet"!

Die nächste Behandlung habe ich am Mittwoch, den 4. Juni 2008 um 14.10 Uhr.

Mittwoch, 4. Juni 2008

5. Bestrahlung.
Heute wurde die 5.Bestrahlung durchgeführt.

Während der Bestrahlung fotografierte die Schwester die Markierungen auf meinem Oberkörper.

Am Ende der Bestrahlung machte sie dann eine Aufnahme von meinem Kopf. "Das müssen wir machen, es dient zur Dokumentation", erklärte sie mir.
Gestern hatte sie mir erzählt, dass ich über einen Monitor während der Bestrahlung beobachtet werde. Heute habe ich ihn gesehen, den Monitor. Auf einem Schwarzweißgerät sind vier Bilder abgebildet, auf einem der Bilder erkannte ich die Liege für die Bestrahlung. Das beruhigt mich natürlich.

Die nächste Behandlung habe ich am Mittwoch, den 5. Juni 2008 um 12.30 Uhr.

Donnerstag, 5. Juni 2008

6. Bestrahlung.
Heute Morgen war mir, als hätte ich eine Erkältung. Meine Stimme ist belegt, ich habe Husten und meine Oberschenkel schmerzen. Vieleicht war der Auslöser die langen Aufenthalte im Freien, auf meinem Balkon, bei kühleren Temperaturen.

Nach der Bestrahlung heute Mittag bin ich eine kurze Strecke zu Fuß bergauf gegangen, es fiel mir sehr schwer.

Zu Hause habe ich mich etwas hingelegt, sehr unüblich für mich. Daraus wurden dann fast drei Stunden die ich geschlafen habe.

Ich war, wie gestern Abend auch, zum Essen eingeladen. Spargel und Lachs mit Röstkartoffeln stand auf der Speisekarte. Leider war aber mein Appetit so gering, so dass sehr viel, auch von dem Spargel, übrig blieb.

Sind dass weitere Nebenwirkungen der Strahlentherapie: Müdigkeit und Appetitlosigkeit?

Die nächste Behandlung habe ich am Freitag, den 6. Juni 2008 um 14.20 Uhr.

Freitag, 6. Juni 2008

7. Bestrahlung.
Von der gestrigen 'Erkältung' blieben heute morgen nur der Husten und die Kopfschmerzen, die im Laufe des Tages aber auch verschwanden.

Nach der Bestrahlung des Schädels fotografierte eine Schwester meinen Kopf mit der Maske. Warum? Ich habe nicht gefragt.

Wie schon geschrieben, wechselt die Schwester vor jeder neuen Position der Lungenbestrahlung, eine Plexiglasplatte mit diversen Löchern. Heute habe ich sie gefragt was dies bedeute. Daraufhin zeigte sie mir eine der Platten. Auf der Platte waren außer den Löchern mehrere Bleistücke in diversen Formen von ca. 50 mm Länge angebracht.

"Die Ärzte berechnen die Körperregionen die nicht bestrahlt werden sollen, wie zum Beispiel die Knochen, und blenden diese Teile dann mit den Blei-stücken aus", erklärte sie mir.

Diese Bleistücke auf den Platten konnte ich im Liegen nicht sehen, ich sah nur die Löcher. "Jeder Pazient hat somit seine eigenen Platten", merkte sie an.

Wie ich nebenbei erfahre, soll mein Kopf 'nur' 15 mal bestrahlt werden. Hat man mir dass vorher nicht mitgeteilt, oder habe ich es in der Fülle der Informationen nicht registriert oder sind dass schon die Nebenwirkung der Bestrahlung?

Positiv: nur noch 8 Bestrahlungen für meinen Kopf, nur noch 8 mal unter der Maske gefangen sein.

Den gesamten Nachmittag fühlte ich mich ziemlich schwach. Gegen Abend musste ich dann noch einige Zeit vor dem Waschbecken zubringen.

Mein Appetit war nicht sehr ausgeprägt, so das ich mich am Abend über- winden musste, etwas zu essen.

Den Abend werde ich so lange es geht auf meinem Balkon zubringen, auf dem ich jetzt diesen Text schreibe.

Heute habe ich hier einen Miniteich installiert und eine Schlangengurke gepflanzt.

Am Wochenende finden keine Bestrahlungen statt.

Die nächste Behandlung habe ich am Montag, den 9. Juni 2008.

Mittwoch, 18. Juni 2008

14. Bestrahlung.
Am 6. Juni hatte ich berichtet, dass meine Erkältung abgeklungen ist.
Am 7. Juni war sie zurück, so massiv, dass ich zu keiner Aktivität mehr in der Lage war.

Sonnabend und Sonntag (7. und 8. Juni) habe ich fast nur im Bett oder auf der Couch zugebracht. Gegessen habe ich kaum etwas. Die Waage sagt mir, dass ich bis heute 3 kg abgenommen habe.

So gestaltete sich dann auch die nächte Woche (22. KW). Aufstehen, Bestrahlung, zurück auf die Couch. Ein wenig gegessen und wieder auf die Couch. Irgendwann dann ins Bett verholt. Alles Andere wurde zur Nebensache.

Am Montag, den 16. Juni schickte mir eine Schwester nach der Bestrahlung, Frau Dr. F. in die Umkleidekabine. Ich schilderte ihr meine Symtome, sie hörte mit besorgtem Gesichtsausdruck zu und stellte einige Fragen. Ich sollte einge Zeit in der Kabine warten, bat sie mich.
Nach einiger Zeit führte sie mich in ihr Büro und bat mich Platz zu nehmen.

Sie würde mir jetzt Antibiotika verschreiben, sollte diese Maßnahme dann nicht fruchten und sich mein Gesundheitszustand nicht bessern, würde sie mich zur Beobachtung ins Krankenhaus überweisen.

Ich erzählte ihr, dass ich während der letzten Chemotherapie Antibiotika nehmen musste und dadurch sehr strake Magenkrämpfe bekam.

Diesmal handele es sich um einen Wirkstoff, der die Erreger u.a. der Nebenhöhlen und der Lunge bekämpft, erklärte sie mir.

Ein, zwei Tabletten mehr sollten nicht schaden. Ich hatte die ganze Zeit schon Tabletten gegen Schmerzen und Fieber genommen.

Am Montagabend habe ich dann noch zwei Tabletten des Antibiotikums , wie empfohlen, zu mir genommen. Seitdem nehme ich jeden Abend eine Tablette.

Schon am Dienstag fühlte ich mich etwas besser. Die Nase und der Hals waren zwar noch zu, aber ich hatte etwas mehr Puste. Ich hoffe das ich nicht zur Beobachtung ins Krankenhaus muß.

Heute Morgen ein weiterer Schub zur Heilung der Infektion. Ich fühle mich in der Lage und finde die Motivation hier etwas zu schreiben.

Noch zu berichten wäre: Seit dem 14. Juni fallen mir, zum 2. Mal, die Haare aus.

Die erfreulichste Nachricht für mich aber ist: morgen ist die 15. und letzte Bestrahlung des Kopfes. Endlich Schluß mit der Fesselung des Kopfes.

Die nächste Behandlung habe ich am Donnertag, den 18. Juni um 12.10 Uhr.

Donnerstag, 19. Juni 2008

15. Bestrahlung.
Gestern Abend habe ich mir den Schädel rasiert. Schluß mit den Haaren im Waschbecken.

Wie schon mehrfach geschrieben, war heute die 15. Bestrahlung und damit die letzte Bestrahlung des Schädels. Ich fragte die Schwester was mit der Maske geschehen würde. "Die können Sie mit nach Hause nehmen!", sagte sie scherzhaft.
Genau das hatte mir auch die kleine Asiatin gesagt als sie die Maske anfertigte; also habe ich die Maske mit nach Hause genommen.
Was ich damit anstelle? Ich weiß es nicht, vielleicht benutze ich sie um die beiden kleinen Nachbarjungs zu erschrecken, die immer einen Höllenlärm machen.

("Mehr wie kleine Jungs erschrecken kann der wohl auch nicht!") Oder man kann kleine Stücke herausschneiden und unter wackelnde Biertische legen?
Auf jeden Fall muß ich unter der Maske nicht mehr tragen; ich bin erleichtert!

Ich fühle mich immer noch sehr schlapp und brauche morgens lange Zeit bis ich in Gang komme. Allein schon beim Bettenmachen ringe ich nach Luft.
Die nächste Behandlung habe ich am Freitag, den 20. Juni.

Freitag, 20. Juni bis Freitag, 04. Juli 2008

Vom 20. Juni bis zum 4. Juli 2008 10 Bestrahlungen.
Wie ich später erfahre, ist das Thema Bestrahlung mit dem 4. Juli 2008 beendet. Der Mensch kann nur eine gewisse Menge an Strahlen verkraften, diese Mengen habe ich heute erreicht. Als weitere Behandlung bleibt jetzt nur noch die Chemotherapie.

Freitag, 18. Juli 2008

Kontrolle der vom 29. Mai bis zum 04. Juli 08 bestrahlten Hautregionen.

Montag, 11. August 2008

CT Thorax + Abdomen.

Montag, 3. November 2008

CT Thorax.

Sonntag, 23. November 2008

Acht Jahre ohne Zigarette...

Mittwoch, 26. November bis Dienstag, 16. Dezember 2008

Ambulante Rehabilitation in der Klinik Bergisch-Land.

Montag, 22. Dezember bis Mittwoch, 24. Dezember 2008

Stationärer Aufenthalt und Behandlung im Bethesda Krankenhaus. Stent gesetzt nach Linksherzkatheder.