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Das Krebstagebuch

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Behandlung 2010

Montag, 4. Januar 2010

Termin bei Dr. St. nach CT Thorax am 30.12.09.
Der Tumor ist 'etwas' kleiner geworden. Die genaue Größenangabe in Millimetern gab es mit der Kopie des Berichts ebenfalls.
Im Bericht der letzten CT am 27.10.09 stand nichts von Metastesen. Im Bericht zur CT am 30.12.09 steht, das eine Satelliten Metastase nicht mehr nachweisbar ist!
Ich hatte wie ich im September zur Voruntersuchung bei Dr. St. war, eine deutlich fühlbare Erhebung unter der Haut in der linken oberen Brust, es fühlte sich an wie der Port, den habe ich aber rechts. Ich machte den Arzt
auf den 'Knubbel' aufmerksam. Er meinte dass es eine entzündete
Lymphdrüse sei. Irgendwann nach den verschiedenen Zyklen war die Erhöhung unter der Haut nicht mehr zu spüren.
Das war wohl die Satelliten Metastase die jetzt in dem Bericht als nicht mehr nachweisbar auftaucht.
Auf meine Frage wie es jetzt weitergeht antwortet er: "Weiss ich auch nicht...!" Er ist wenigstens ehrlich. Nachdem er mir mehrere Behandlungsmethoden erklärt hatte, kommt er zu der Entscheidung: "Da die Therapie so gut angeschlagen hat, machen wir noch eine!"
Von einer Mitarbeiterin bekam ich die neuen Termine für die Chemotherapie.

Dienstag, 12. Januar 2010

Gestern und heute bekam ich den 33. und 34. Zyklus (2010St. 1. Zyklus 1 u. 2) der Chemotherapie. Die Therapie lief problemlos ab.
Für den Rest der Woche habe ich mir eine Auszeit genommen denn jetzt kommt, wie immer, das Erschöpfungssydrom auf mich zu, heute morgen machte es sich schon bemerkbar. Außerdem muß ich mir morgen früh die Spritze zum Aufbau der weißen Blutkörper geben und stoße damit die Knochenschmerzen an.

Freitag, 22. Januar 2010

Diesmal hat es mich wirklich erwischt! Das Erschöpfungssydrom war diesmal sehr ausgeprägt.
Eigentlich wollte ich ab Montag wieder arbeiten, die Knochenschmerzen und die Erschöpfung sorgten aber dafür dass es nicht funktionierte, ich bin bis Mittwoch zu Haus geblieben. Gestern bin ich wieder angefangen ein paar Stunden zu arbeiten, nach wenigen Stunden aber bin ich nach Hause gegangen und habe die Zeit bis zum Abendessen geschlafen.
Die Erholungsphasen scheinen von Zyklus zu Zyklus länger zu werden.

Nächste Woche habe ich einen Termin beim behandelnden Onkologen, dabei geht es um die weitere Therapie. Beim letzten Besuch hat er schon angedeuted dass etwas anderes wie die 'herkömmliche' Chemotherapie passieren solle.

Donnerstag, 29. Januar 2010

Termin beim Onkologen wegen der Weiterbehandlung. Statt der Chemotherapie werde ich jetzt Tabletten schlucken müssen. Die Tabletten sind ein Zytostatikum die angewendet werden in der Therapie von bösartigen Lymhknotenveränderungen nach Versagung der Standardtherapie.
Die Nebenwirkungen der Tabletten sind die gleichen wie bei einer Chemotherapie. Übelkeit und Erbrechen, Haaraufall usw. Da sich die Zahl der Leukozyten abnehmen wird, muss ich min. einmal die Woche zur Blutkontrolle.
Gegen die Übelkeit wurde mir empfohlen vor Einnahme der Tablette Tropfen zu nehmen.
Nach der Therapie ist Ende März eine CT-Aufnahme geplant.

Donnerstag, 26. März 2010

Seit ungefähr acht Wochen nehme ich die verordneten Tabletten Ixoten und muss wöchentlich zur Kontrolle. Nach der heutigen Auswertung meines Blutes schlugen bei der behandelnden Schwester wohl die Alarmglocken an: "Die Werte werden sukzessive schlechter!" meinte sie und verständigte den Arzt. Ergebnis: absetzen der Tabletten für eine Woche und Vorstellung bei einem Onkologen in einem Krankenhaus.

Dienstag, 30. März 2010

Heute hatte ich einen Termin zum "CT Thorax + Abdomen". Nur drei Becher des Kontrastmittels, statt wie sonst einen Liter, musste ich schlucken. Alles ging heute wesentlich schneller über die Bühne wie sonst. Nach der CT musste ich zur Ärztin die mir das Ergebnis mitteilte: keine Metastasen in der Lunge der Leber oder den Nebennieren, aber es besteht der Verdacht auf Metastasen an einer Rippe. Der Platzhalter hat sich auch wieder etwas vergrößert; keine guten Nachrichten also.
"In zwei Tagen hat ihr Arzt den Bericht", meinte die Ärztin zum Abschluß des Gesprächs. Auf meine Schmerzen im linken oberen Brustbereich hingewiesen ging die Ärztin mit folgenden Worten ein "Das wird eine Veränderung der Rippe sein, die kankheitsbedingt ist".
Einziger Zwischenfall: das entfernen des Zugangs für das Kontrastmittel verlief nicht ganz unblutig.

Donnerstag, 01. April 2010

Heute hatte ich einen Termin bei einem Krankenhausarzt. Wieder wurde mir Blut abgenommen, diesmal ohne die Blutungen wie am Dienstag. Das anschließende Gespräch mit einer Ärztin ergab folgendes Ergebnis: meine Leukozyten haben sich etwas erholt und ich soll/kann ab Freitag die Ixoten Tabletten wieder einnehmen.

Montag, 12. April 2010

Nachdem 'mein' Onkologe aus dem Osterurlaub zurück ist, hatte ich heute morgen einen Labortermin. Die Leukozyten sind für meinen Gesundheits-zustand einigermaßen normal, für einen gesunden Menschen katastrophal. Seit 10 Tagen nehme ich die Tabletten Ixoten wieder und hoffe dass sich der 'Platzhalter' damit beeindrucken läßt.

Montag, 19. April 2010

Heute war wieder der wöchentliche Labortermin. Die Werte meines Blutes sind nicht überzeugend; die Leukozyten gehen von Woche zu Woche weiter in den Keller; die Ansteckungsgefahr steigt. Nächste Woche habe ich einen Termin beim Onkologen. Ich bin gespannt wie es mit der Behandlung weiter gehen soll.

Montag, 26. April 2010

Termin beim Onkologen; Thema Weiterbehandlung.
Nachdem die letzte CT ergab, dass der Platzhalter (paraaortale Raum-forderung) größer geworden ist, muss die Behandlungsmethode geändert werden. Für die alternative Behandlung muss mein Blutbild aber in Ordnung sein, was es aber nicht ist. Also soll ich die Ixoten-Tabletten absetzen und in vierzehn Tagen zum Blutbild im Labor erscheinen. Wenn das dann in Ordnung ist, wird die neue Methode ausprobiert.
Alle Behandlungsmöglichkeiten habe ich jetzt fast ausgeschöpft...das Leben endet eben tödlich...

Montag, 10. Mai 2010

Heute wurde wieder ene Blutuntersuchung durchgeführt. Nach dem Absetzen der Tabletten vor 14 Tagen haben sich die Werte etwas gebessert.
Nächste Woche habe ich einen Termin beim Onkologen der mir dann hoffentlich eine wirksame Therapie verordnet.

Montag, 17. Mai 2010

Nach Pfingsten (25.5.10) beginnt die neue Therapie. Vier Tage nacheinander je eine Kurz-Infusion (KI). Eigentlich wären fünf Infusionen in der Woche vorgesehen, auf Grund meines Erschöpfungszustandes werden nur vier durchgeführt. Den Namen der Behandlung hat er mir gesagt, behalten habe ich ihn nicht. Auch weiß ich nicht wie viele Wochen die Behandlung dauern wird.
Nebenwirkungen sind u. a. Gliederschmerzen wie nach der Neulasta-Spritze, Übelkeit und andere unangenehme Dinge. Die Blutwerte hatten sich etwas gebessert, deshalb kann mit der neuen Therapie begonnen werden.

Dienstag, 25. Mai 2010

Am Dienstag begann die neue Therapie: „Hycamtin“ genannt.

Auf innovations report habe ich dann folgendes zum Thema gelesen:
In der Therapie des fortgeschrittenen Zervixkarzinoms konnte erstmals durch eine Kombination von Hycamtin + Cisplatin das Gesamtüberleben gegenüber Cisplatin allein signifikant verlängert werden (9,4 vs. 6,5 Monate; p=0,014).
Man klammert sich eben an jeden Monat.

Es gibt jeden Tag eine Kurzinfusion (KI) über den Port. Der Zugang zum Port wurde nach der ersten Infusion belassen um nicht täglich erneut die Nadel setzen zu müssen.
Gegen die Übelkeit nehme ich wie zu jeder Chemotherapie die üblichen Mittel wie Emend, Onsandetron, Fortecortin und MCP-Tropfen.
Der Doktor sprach mich an und fragte nach meinem Zustand: "Mir geht es ganz gut mit den Mitteln gegen Übelkeit!" sagte ich ihm. "Die brauchen Sie wahrscheinlich garnicht nehmen." meinte er. Ich denke mal, vielleicht werde ich es Morgen mal ohne die Medikamente probieren.

Freitag, 28. Mai 2010

Heute gab es die vierte Chemotherapie (insgesamt die 38.) und abschließend noch eine Kurzinfusion mit „Bondronat“ zum Knochenaufbau. Heute Abend werden dann die Knochenschmerzen losgehen provezeite mir die Schwester und riet mir zwei Tabletten „Paracetamol“ einzunehmen.
Jetzt ist ersteinmal drei Wochen Pause angesagt, nächste Woche nur eine Blutkontrolle um dann in drei Wochen die nächste Therapie zu bekommen. Danach soll nochmals eine CT-Aufnahme gemacht werden um zu beurteilen ob/wie die Therapie angeschlagen hat.
Gestern habe ich gegen die Übelkeit nur die Emend-Tablette genommen, heute noch keine Medikamente dagegen. Der Doktor scheint mit seiner Aussage von Dienstag Recht zu haben.

Dienstag, 01. Juni 2010

Nur eine Blutuntersuchung sollte heute durchgeführt werden; daraus wurde ein akuter Fall. Während mir das Blut entnommen wurde, fragte mich die Schwester nach meinem Befinden. Ich erzählte ihr von den Nebenwirkungen der Chemotherapie.
Nachdem dann der Automat die Ergebnisse der Blutanalyse ausgegeben hatte, wurde es hektisch. Auf Grund des schlechten Blutbilds bekam ich sofort eine Spritze zum Aufbau der weißen Blutkörper. Für den Magen bekam ich zwei Beutel Pulver, ein Rezept für Antibiotika, den Hinweis 4x täglich Ampho Moronal zu benutzen und 3x täglich Fieber zu messen. Des weiteren bekam ich die Empfehlung bei Fieber sofort den Arzt auf seinem Handy, die Nummer steht auf dem Patientenpass, zu informieren.
Morgen soll ich noch einmal zur Blutkontrolle erscheinen.

Mittwoch, 02. Juni 2010

Die heutige Blutkontrolle ergab kaum Veränderungen, die Werte sind weiterhin auffallend schlecht!

Dienstag, 22. Juni 2010

Heute wäre der erste von vier Zyklen der Chemotherapie fällig gewesen. Da aber der Wert für die Leukozyten noch so weit im Keller ist, wurde die Therapie abgeblasen und um eine Woche verschoben. So bekam ich heute „nur“ eine Kurzinfusion (KI) „Bondronat“. D. h. warten auf die Knochen-schmerzen die sich nach dieser Infusion wieder einstellen werden.

Dienstag, 29. Juni 2010

Die Blutwerte haben sich seit der letzen Woche erholt so dass heute mit dem ersten von vier Zyklen der Chemotherapie mit „Hycamtin“ begonnen wurde. Die Therapie hat sehr geschlaucht so dass ich ein paar Stunden Auszeit in meinem Schlafraum genommen habe.

Freitag, 02. Juli 2010

Der vierte Zyklus der Chemotherapie wurde heute durchgeführt, alles verlief ohne besondere Zwischenfälle bis auf den Erschöpfungszustand der nach jeder Therapie schlechter wurde. Nun kommt das Wochenende an dem ich mich etwas erholen kann.
Nächste Woche habe ich noch einmal eine Blutuntersuchung und dann ist wieder eine CT-Aufnahme vorgesehen um zu sehen ob die Therapie mit „Hycamtin“ erfolgreich war.

Mittwoch, 07. Juli 2010

Die heutige Blutkontrolle ergab einen sehr schlechten Leukozytenwert. D. h. mein Immunsystem ist wieder absolut im Keller, deshalb soll am Freitag noch einmal eine Blutkontrolle durchgeführt werden.

Montag, 12. Juli 2010

Wieder wurde mir heute Blut abgenommen, die Werte sind immer noch auf dem Tiefpunkt so dass ich diese Woche nochmals zur Untersuchung muss. Ebenso wurde heute eine CT-Aufnahme vom Thorax und Abdomen gemacht. Nach der Untersuchung musste ich auf ein Gespräch mit der Radiologin, die meine Aufnahmen auswertet, warten. Erst während der Warterei wurde ich etwas nervös wie das Ergebnis der Aufnahmen wohl ausfallen würde; diesen Zustand kannte ich bis heute nicht.
Völlig entspannt bin ich dann aus dem Gespräch herausgekommen. Vorläufiges Ergebnis: keine Metastasen, 'nur' geringe Veränderungen des Platzhalters (Bedarf noch einer genauen Vermessung), kaum Veränderungen an der zweiten Rippe.
In einer guten Woche habe ich ein Gespräch über das Ergebnis und eine Weiterbehandlung mit 'meinem' Onkologen. Das ETA ist im Moment nicht voraussagbar.

Donnerstag, 22. Juli 2010

Vor ein paar Stunden hatte ich ein Gespräch mit einer Onkologin (Vertretung für den Onkologen) zur Untersuchung am 12. Juli. Im Gegensatz zur ersten Aussage der Fachärztin für Radiologie, hat sich der Raumhalter doch etwas vergrößert.
Sonst aber gibt es kaum Veränderungen.
Auch weil mein Blutbild sich wieder erholt hat, sollen ab Montag weitere Chemotherapien durchgeführt werden.
Abschließend meinte die Ärztin zu mir: "Es gibt nicht mehr viele Behandlungsmöglichkeiten für Sie"! Die Aussage habe ich in der letzten Zeit des Öfteren gehört. ...einfach weiterleben.