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31. Mai 2008
Weltnichtrauchertag

 

Limited desease - der Bericht zur Krankheit

Posted am Dienstag, 18 Dezember, 2007 um 21:15 von Holger

Diagnosen: Kleinzelliges Bronchialkarzinom zentral links cT2, pN1, cM0, Limited desease
Therapie: Diagnostische explorative Thorakotomie links mit Hiluslymphknotenbipsie
So steht es im Entlassungsbericht vom 14.12.2007.
Der erste Abschnitt der Therapie war damit beendet.

Begonnen hat alles am Freitag den 9 November 2007.
Am 9. November 1989 fiel in Berlin die Mauer, es ist der Geburtstag von Michael, ich war dran mit der Treppenreinigung und die BreddeCon sollte stattfinden, die fiel aber aus.
Am 9 November 2007 bekam ich innerhalb einer Stunde Schmerzen in der linken, oberen Brust, dazu verstärkten sich die Schmerzen im linken Arm, die ich aber den ganzen Tag schon hatte. Dazu kam das ich Blut hustete.

Freitag Mittag 13.00 Uhr, die Ärzte haben alle schon Feierabend und für den Notdienst waren die Schmerzen nicht stark genug; das Wochenende würde ich schon überstehen.
Das Wochenende habe ich dann auch ganz gut ohne Schmerzmittel überstanden, den Sport habe ich ausfallen lasssen, nur das Bluthusten machte mir Sorgen.
Montag Morgen war ich nur kurz in die Firma, habe mich mit einigen Monteuren unterhalten und bin dann ab zum Arzt.
Es könnte ein Rippenbruch sein, aber auch eine Lungenembolie, meinte der Arzt als er mich abtastete und abhorchte.
Er schickte mich mit zwei Überweisungen zum Röntgen. Die Röntgenpraxis ist im gleichen Haus, eine Etage tiefer. Nach einer längeren Wartezeit wurden von meinem Brustkorb zwei Röntgenaufnahme gemacht.
Der Röntgenarzt der mich einige Zeit später hereinrief konnte auf den Röntgenaufnahmen nichts bemerkenswertes erkennen. Er entschloß sich meinen Hausarzt anzurufen um mit ihm über die Situation zu sprechen.
Es dauerte wieder eine ganz Zeit bis mich jemand in einen Raum rief; es sollte eine Computertomographie (CT) meines Brustkorbs gemacht werden.

Die Aufnahme wurde gemacht und ich durfte wieder im Wartezimmer Platz nehmen. Später rief mich der Arzt zu sich und zeigte mir die CT-Aufnahme. Er konnte mir einen Fremdkörper, an der Stelle zeigen, an der ich die Schmerzen hatte; er war sichtlich erfreut doch noch etwas gefunden zu haben. Meine Frage um was es sich dabei handelt, konnte er nicht beantworten.
Zurück zu meinem Hausarzt der soeben mit dem Röntgenarzt telefoniert hatte. Nach einem kurzen Gespräch überwies er mich an einen Facharzt für Pneumologie und schrieb mich für eine Woche krank.
Eigentlich machte ich mir bis jetzt keine sonderlichen Gedanken über meine momentanen Probleme. Vor ca. 10 Jahren hatte ich schon einmal soetwas ähnliches. Damals wurde eine Lungenentzündung nicht entdeckt und verschleppt. Es bildete sich eine undefinierbare Stelle auf der Lunge die in einer Solinger Klinik durch eine Bronchoskopie untersucht wurde. Es wurde eine Probe entnommen und nach sechs Wochen Wartezeit, in der ich einige Ängste ausgestanden habe, als gutmütig identifiziert wurde. So etwas wird es wohl wieder sein habe ich mir eingeredet.
Nachmittags bin ich dann zu dem Facharzt für Pneumologie.
Ich händigte schon bei der Anmeldung einer Sprechstundenhelferin die CD mit der "CT Thorax" aus. Vielleicht mußte ich deshalb nicht so lange warten, denn als ich zum Arzt gerufen wurde hatte der schon die Aufnahme auf dem Monitor. Nach einer kurzen, einseitigen Unterhaltung erklärte er mir dass er mir den Einweisungsschein ins Krankenhaus schon mitgeben würde; er kenne einige Mitarbeiter der Klinik und würde auch noch einige heute Abend treffen, meinte er. Man würde mich anrufen und mir einen Termin mitteilen wann ich in der Klinik sein sollte. Er notierte sich noch meine Telefonnummer, händigte mir die Papiere und die CD aus und entließ mich. Eigentlich hätte ich noch Fragen gehabt, aber ruck zuck war ich raus aus seinem Zimmer.
Ich ahnte langsam das meine Lage doch etwas anders einzuschätzen sei wie die vor 10 Jahren.
Ich fuhr nach Hause und habe Staub gesaugt, was mich ablenkte.
Um 16.20 Uhr klingelte das Telefon; es war eine Mitarbeiterin des Lungenarztes. Ich möchte mich doch morgen früh um 09.15 Uhr nüchtern mit den Unterlagen in der Klinik einfinden.

Jetzt wurde es ernst. Ich legte eine Flasche Jubi in die Icebox.

Die Zeit vom Dienstag, 13. November bis zum Montag, den 19. November verbrachte ich dann in der Klinik. Es wurden alle möglichen Versuche, CTs, MRTs usw. an mir durchgeführt. Alle Behandlungen und Untersuchungen, bis auf etliche Blutentnahmen und Transfusionen, waren unblutig.
Später erfuhr ich, das die Untersuchungen durchgeführt wurden, um festzustellen ob meine anderen "Aggregate" bei Entfernung des linken Lungenflügels, in der Lage sind, mich am Leben zu erhalten. Dazu wurden bei einem späteren Krankenhausaufenthalt weitere Untersuchungen durchgeführt.
Mit einem handgeschriebenem Entlassungsbericht wurde ich dann am Montag, den 19. November entlassen. Der Entlassungsbericht war an meinen überweisenden Lungenarzt gerichtet; die leitende Ärztin sagte mir ich solle damit zu meinem Hausarzt gehen, um mir bei ihm die Tabletten verschreiben zu lassen. Desweiteren solle ich mich am Donnerstag, den 22. November um 11.00 Uhr bei der Stationsärztin melden; dann wäre mein Fall in der Tumorkonferenz am Tag zuvor besprochen worden und die weitere Vorgehensweise beschlossen worden.

Am selben Tag bin ich dann zu meinem Hausarzt. Der hat am Montagnachmittag aber keine Sprechstunde. Also bin ich zu seiner Vertretung. Der zeigte sich sehr verwundert über den unprofessionellen, handgeschriebenen Entlassungsbericht. Die verschriebenen Medikamente waren am unteren Rand des DIN A4-Blattes nur sehr schwer lesbar und teilweise unvollständig vermerkt worden. Es dauerte einige Zeit bis der Arzt die Medikation zusammengestellt und die Rezepte ausgestellt hatte.

Am Donnerstag, den 22. November um 11.00 Uhr war ich in der Klinik um von der Stationsärztin die weitere Behandlung meiner Krankheit zu erfahren.
Die Ärztin erklärte mir, dass mein "Fall" gestern in der Tumorkonferenz behandelt wurde und man zu folgendem Ergebnis gekommen ist: Es wird ein kleiner Schnitt im Bereich des "Platzhalters" gemacht um eine Probe des entzündlichen Gewebes zu entnehmen. Diese wird dann untersucht um dann zu entscheiden wie weiter vorgegangen wird.
Ihre Ausführungen hörten sich nicht angsteinflößend an.
"Kleiner Schnitt, Probenendnahme, Untersuchung".
Sie hatte auch schon einen Termin für mich. Am Dienstag, den 27. November um 11.00 Uhr solle ich mich im Hospital einfinden. Am nächsten Tag würde dann die Operation durchgeführt.

Vom 27.11.2007 bis 14.12.7007 Stationärer Aufenthalt mit Operation. Bericht folgt.

17.12.2007 Vorstellung bei einem Arzt der Onkologie. Es wurden einige Dinge zur kommenden Behandlung geklärt.

Dienstag, 1. Januar 2008

Morgen beginnen nun die Vorbereitungen für die kommende Chemotherapie.
Um 09.15 Uhr soll ich mich im Krankenhaus, im (AIB) ambulanten internistischen Bereich, einfinden. Man wird mir Blut abzapfen und einige vorbereitende Arbeiten an mir vornehmen. Meinen Urin, den ich seit heute morgen in einem speziellen Gefäß auffange, soll ich mitbringen.

Mittwoch, 2. Januar 2008

Rechtzeitig fand ich mich im AIB ein. Nach den Feiertagen lief es bei den Damen noch nicht so flüssig, außerdem bin ich wohl gerade zu einer der Raucherpause eingetroffen.
Ich wurde zum EKG und zur Untersuchung des Herzens in die 1. Etage geschickt; es folgte eine Wegbeschreibung die mich etliche Male auf der 1. Etage herumirren ließ. Eine freundliche Schwester half endlich. Die selbe Schwester machte dann auch das EKG von mir. Danach bat sie mich zu warten bis der Doktor eintrifft um die Untersuchung des Herzens an mir durchzuführen.
Nach ca. 10 Minuten kam sie zu mir und entschuldigte sich, das der Doktor erst in 5 bis 10 Minuten eintreffen würde.
Nach ca. 10 Minuten kam der Doktor, er führte mich in das Untersuchungs- zimmer und bat mich den Oberkörper frei zu machen und mich auf die Liege zu legen. Ich erzählte ihm, das die Untersuchung von ihm vor ca. 4 Wochen schon einmal durchgeführt worden war. Er sah im Computer nach, entdeckte wohl den Eintrag von mir, griff zum Hörer und machte seiner Aufregung Luft. "Wir sind hier voll bis oben hin und ihr macht solche unmöglichen Termine...!", waren einige seiner Worte.
Ich konnte mich wieder anziehen ohne das eine Untersuchung durchgeführt wurde. Anschließend meldete ich mich wieder an der Aufnahme.
Nachdem eine Schwester mir noch etliche "Probeflaschen" Blut abgenom- men hatte, beantwortete ich ihr noch die Frage nach meiner Telefon- nummer. Damit war mein Aufenthalt für diesen Tag beendet.

Der Rest des Tages gestaltete sich sehr unangenehm. Ab ca. 13.00 Uhr bekam ich starke Schmerzen im Bereich der OP-Narbe. Außerdem bekam ich Schüttelfrost. Mit zwei Decken habe ich mich zu Bett gelegt und dann auch bis 19.00 Uhr geschlafen. Die Rest der Nacht war dann schlaflos. Morgens tauchte der Schüttelfrost kurz wieder auf, nach einem heißen Kaffee verging er aber wieder.

Donnerstag, 3. Januar 2008

Um 10.00 Uhr habe ich einen Termin für eine MRT-Untersuchung des Schädels.
Gegen 9.45 Uhr treffe ich an der Aufnahme ein. Man drückt mir ein Schreiben in die Hand und schickt mich auf die untere Etage. Auf der unteren Etage bemerkt eine Schwester mein Suchen und zeigt mir den Weg zur Anmeldung.
Nach dem Ausfüllen einiger Formulare bittet man mich auf dem Gang Platz zu nehmen. Nach ca. 20 Minuten werde ich hereingerufen. Auch hier mußten einige Formulare ausgefüllt werden. Danach setzte man mir noch eine Kupplung mit Schlauch und Spritze in den linken Arm. Während der Untersuchung würde man mir damit eine Kontrastflüssigkeit spritzen, erklärte mir eine Ärztin. Nach ein paar Minuten des Wartens wurde ich hereingerufen. Ich nahm auf dem Schlitten des Gerätes Platz, mein Kopf wurde durch eine Vorrichtung fixiert, was nicht sehr angenehm war.
Ca. 15 - 20 Minuten wird die Aktion gedauert haben. Danach begab ich mich wieder zur Anmeldung. Nachdem ich meine Telefonnummer (wiederholt) hinterlassen hatte, konnte ich gehen. Man würde mich anrufen und mich über die weitere Vorgehensweise informieren.
Gegen ca 13.00 Uhr traten die Schmerzen wieder auf, diesmal ohne Schüttelfrost. Ich habe mich für zwei Stunden hingelegt. Die Schmerzen ließen erst nach, nach dem ich die Tabletten geschluckt hatte.
Der Espresso schmeckte dann wieder wie an schmerzfreien Tagen.

Freitag, 4. Januar 2008

Gegen 12.50 Uhr erhalte ich einen Anruf aus der Klinik.
Die MRT von gestern wäre OK. Die stationäre Aufnahme erfolgt am 10. Januar gegen 10.00 Uhr auf der Station 3c. Dort wird man mir alles über die Chemotherapie erklären. Der Aufenthalt kann eine Woche dauern, aber auch nur 3 bis 4 Tage.

Sonntag, 13. Januar 2008

Der 1. Zyklus der Chemotherapie war heute um 13.00 Uhr beendet.
Ich fühle mich matt, habe Schmerzen in der Brust und habe zeitweise ein Gefühl als müsste ich mich übergeben.
Um ca. 13.15 Uhr habe ich das Krankenhaus verlassen und war gegen 13.45 Uhr zu Hause.

Montag, 25. Februar 2008

Der dritte Zyklus der Chemotherapie war gestern beendet. Am Freitag gab es drei Infusionen, eine mehr wie sonst. Mit der dritten Infusion soll dem Gefühl der Übelkeit, dass mich nach dem 2. Zyklus fertig machte und ans Bett fesselte, besser begegnet werden.
Am Samstag und Sonntag gab es dann die eigentliche Chemo-Infusion und die Infusion gegen die Nebenwirkungen.
Das Gefühl der Übelkeit war an allen Tagen, auch heute, zu verspüren; es ist aber nicht so stark wie nach den anderen Zyklen.
Onkologisches Procedere: Restaging nach dem 3. Zyklus und Klärung des weiteren Procedere.

Mittwoch, 5. März 2008

Lohnt sich das denn noch...? Seit gestern arbeitet hier ein MacBook Pro 15" mit 2.2 GHz Core 2 Duo, 4 GB Arbeitsspeicher und 120 GB HD mit Mac OS X Version 10.5.
Spötter schütteln natürlich den Kopf und sagen: "So einen Rechner mit dem Betriebssystem bei der Diagnose"!
Der Mac ersetzt ein Fujitsu Siemens Lifebook der jetzt einen neuen Besitzer sucht.

Donnerstag, 6. März 2008

Genesungswünsche
Heute Mittag finde ich in meiner Post einen Brief. Den Absender kenne ich; es ist ein Arbeitskollege. Ein Mann den ich sehr schätze und der seinen Beruf sehr gewissenhaft und kompetent ausführt. Manchmal kappeln wir uns aber auch und sind nicht immer einer Meinung. Nie hätte ich gedacht jemals Post von ihm zu bekommen.
In dem Bríefumschlag befindet sich eine Karte mit der gedruckten Aufschrift "Gute Besserung". Die Abbildung darauf zeigt einen Tedddy mit einem Pflaster. Handschriftlich wünscht mir der Mann das die Therapie bei mir anschlägt. Er schreibt auch, dass er momentan nicht die richtigen Worte findet und ich ihm das verzeihen möge.
Ich bedanke mich recht herzlich für die Genesungswünsche.
Es ist im Grunde egal welche Worte darin vorkommen; es zeigt dass es da jemanden gibt der an einen denkt, einem Gutes wünscht und das sogar ernst meint. Herzlichen Dank.
Ich war überascht wie schnell ich doch noch zu überaschen bin.

Sonntag, 16. März 2008

4. Zyklus der Chemotherapie beendet.
Der vierte Zyklus der Chemotherapie war heute Nachmittag beendet. Wie üblich gab es am Freitag drei Infusionen vovon eine ein Mittel gegen die Übelkeit (Cortison) war. An den beiden anderen Tagen gab es die eigentliche Infusion plus das Mittel gegen die Übelkeit.

Die dritte Chemoterapie hatte ich, was die Übelkeit betraf, gut überstanden. Das Problem ist die allgemeine Schwäche die von Zyklus zu Zyklus schlimmer wird. Wenn man die Ärzte daraufhin anspricht "zucken" sie nur mit den Schultern und jeder hat eine andere Ansicht von dem Thema. Aber niemand hat eine Lösung!

In der vergangenen Woche liefen einige Untersuchungen ab. Unter anderem auch eine zweite CT-Aufnahme. Die erste Aufnahme war ja gleichzeitig auch die Entdeckung des Platzhalters in der Lunge und der Beginn der Befundaufnahme bzw. der Behandlung.
Die beiden Aufnahmen sollten am Ende letzter Woche verglichen worden. Vom Ergebnis hängt dann die weitere Therapie ab. Hat sich der Tumor verkleinert würde die Behandlung mit zwei Zyklen weitergeführt werden; hat sich nichts geändert würde eine andere Behandlung eingeschlagen.

Das Ergebnis erfuhr ich dann am Freitag zu Beginn der Chemotherapie mündlich. Der Tumor hat sich verkleinert!
Eigentlich hatte ich mit keinem anderen Ergebnis gerechnet; war aber doch froh es von einem Arzt erfahren zu haben.

Donnerstag, 3. April 2008

Therapie verschoben.
Heute sollte eigentlich der 5. Zyklus meiner Chemotherapie beginnen. Da bei der gestrigen Blutuntersuchung der Wert der Leukozyten (weiße Blutkörperchen) zu gering war, wurde heute Morgen eine weitere Untersuchung durchgeführt. Auch diesmal war der WBC-Wert zu gering so das die Therapie ersteinmal auf Montag verschoben wird.

Donnerstag, 1. Mai 2008

Haben sie Dich jetzt aufgegeben?
Den Spruch mußte ich mir am Montag anhören nachdem ich vom Arzt gekommen war und erzählt hatte wie meine Behandlung wohl zukünftig weitergehen soll.
Klar, wer austeilt muß auch einstecken können.
Trotzdem habe ich mich nicht entmutigen lassen und mir die 6 DVDs von "Planet Erde" gekauft. ;-)

Aber der Reihe nach: Nachdem der 5. Zyklus der Chemotherapie am 9. April abgeschlossen war, sollte der 6. Zyklus am 28. April beginnen.
Vor der Therapie wird immer eine Konrolle des Blutes durchgeführt. Dabei ist u.a. der Wert der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) eine Aussage dafür ob die nächste Chemotherapie durchgeführt werden kann.
Am Donnerstag, den 24. April wurde mein Blut kontrolliert und ergab einen WBC-Wert von 1,3; die Chemopherapie konnte somit nicht wie geplant durchgeführt werden.
Da sich der Wert sehr schnell ändern kann, sollte ich am nächsten Tag zu einer weiteren Blutkontrolle erscheinen. Der ermittelte Wert betrug 1,5; noch immer zu gering für die Therapie. Gleichzeitig fand man einen erhöhten Entzündungswert in meinem Blut. Um diesen Wert zu senken wurde mir Antibiotika verschrieben und ich sollte am Samstag zu einer weiteren Kontrolle im Krankenhaus erscheinen.
Die Antibiotika nahm ich wie verschrieben zusammen mit meinen anderen Tabletten ein.
In der Nacht von Freitag auf Samstag bekam ich so starke Schmerzen im Unterleib das ich erst gegen 15.00 Uhr, nachdem die Schmerzen nachgelassen hatten, im Krankenhaus zur Blutkontrolle erscheinen konnte. Der Wert für die weißen Blutkörperchen war auf 2,3 angestiegen, aber auch der Wert für die Entzündung hatte sich erhöht. Also am Sonntag nochmal zur Blutkontrolle.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag wieder das gleiche Schauspiel wie in der vorigen Nacht, starke Schmerzen im Unterleib die am Vormittag langsam zurückgingen. Die Blutkontrolle ergab einen WBC-Wert von 2,6 aber der Wert für die Entzündung hatte sich auch wieder erhöht.

Am Montag konnte ich auch erst um 15.00 Uhr im Krankenhaus erscheinen, dann hatten sich die Schmerzen im Unterleib langsam gelegt. Der WBC-Wert lag bei 5,3, danach könnte die Therapie also durchgeführt werden. Der Wert für die Entzündung wurde nicht ermittelt. Dem Arzt teilte ich meine Beschwerden mit und sagte ihm das ich die Antibiotika nicht mehr nehmen würde, da ich den Verdacht hatte das meine Schmerzen daher rührten.
Dienstag Morgen war ich gegen 10.00 Uhr in der Klinik, die Schmerzen in der Nacht waren lange nicht so stark wie in den Nächten davor. Mein Wert für die weißen Blutkörperchen war Ok.
Da an dem Morgen wohl kein Assistensarzt auf der Station zur Verfügung stand mußte ich zum Chef der Abteilung. Was der mir dann mitteilte verwunderte mich etwas:
Die 6. Chemotherapie sollte nicht mehr durchgeführt werden weil sich mein Körper nach den fünf Therapien immer langsamer erholt hatte und dadurch immer weiter geschwächt wurde.
Weiter erzählte er mir, dass am Mittwoch (gestern) die wöchentliche Tumorkonferenz stattfindet an dem dann auch mein Tumor vorgestellt wird. In dieser Konferenz sind Spezialisten aus allen Abteilungen vertreten die dann über die weitere Behandlung meines Tumors entscheiden werden.

Im Moment ist somit alles offen. Es kann eine weitere Chemotherapie, eine Operation, eine Strahlenbehandlung und/oder ein Mix aus allem werden.
Morgen um 11.45 Uhr habe ich ein Termin beim "Chef".

Freitag, 2. Mai 2008

...nicht ob, sondern wann...
Heute hatte ich das Gespräch mit dem "Chef". Meinen Tumor hatte er am Mittwoch in der Tumorkonferenz vorgestellt.
Die Chirurgen rieten von einer Operation ab, da die Rückfallquote sehr hoch sei. "Dann hat man einen Teil der Lunge entfernt und der Krebs kommt dann doch zurück!"
Eine weitere Chemotherapie kommt auch nicht in Frage, da die Zeit bis sich mein Blut erholt hatte immer länger dauerte und der Körper dadurch weiter geschwächt würde.
Bleibt also nur die Bestrahlung. Dabei würden die betroffenen Lymphknoten und der Schädel bestrahlt. Der Schädel deshalb weil meine Art von Krebs sich sehr gern im Schädel ansiedelt. Die ganze Sache geht natürlich nicht ohne Nebenwirkung.
"Bei Ihrem Krebs stellt sich nicht die Frage ob der Krebs wiederkommt, sondern wann!" sagte er während des Gesprächs.

Mittwoch, 14. Mai 2008

Die Behandlung geht weiter...
Heute hatte ich ein Beratungsgespräch zur Strahlentherapie bei Frau Dr. F. Die Beratung fand statt an Hand der "Dokumentierten Patientenaufklärung". Strahlentherapie im Thoraxbereich (Brusthöhle) + Ganzhirnbestrahlung. Das letzte Wort war handschriftlich hinzugefügt worden.
Die Beratung dauerte ca. 30 Minuten. Frau Doktor konnte alle meine Fragen kompetent beantworten.
Zum Abschluß des Gesprächs habe ich dann die Patientenaufklärung unterschrieben und damit den Startschuß für die Strahlentherapie gegeben.

Alle Nebenwirkungen will ich hier nicht auflisten, aber man kann sich vorstellen was passiert wenn man mit Röntgenstrahlen beschossen wird die in der Lage sind Gewebe zu zerstören. Dabei treffen die Strahlen ja nicht nur das kranke Gewebe.
Durch die Strahlung wird sich das Volumen des Gehirns vergrößern. Die Linsen der Augen werden sich trüben, wie beim grauen Star. Schluckbeschwerden werden auftreten durch die Bestrahlung der Speiseröhre; dagegen hilft Salbeiteee den ich schon jetzt zur Vorbeugung trinken soll. Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Übelkeit, Lungenentzündung und Herzrythmusstörungen sind nur einige der aufgelisteten und angesprochenen Nebenwirkungen. Ein Satz fiel mir u.a. auf. "Schwere lebensbedrohliche Zwischenfälle sind aber sehr selten". Wie tröstlich.
Am Freitag, den 16.05.08 um 7.30 Uhr habe ich den nächsten Termin. U. a. steht auf dem Auftrag der internen Überweisung: MRT Schädel, Ganzhirn- bestrahlung geplant, Fragestellung: Ausschluß von Hirnmetastasen (MRT 3.1.08 unauffällig).
Am 20. Mai wird eine Gesichtsmaske zur genauen Ausrichtung bei der Hirnbestrahlung angefertigt.
Am 28. Mai wird dann eine Simulation der Bestrahlung durchgeführt bei der die berechneten Punkte festgelegt und auf die Haut gezeichnet werden (nicht abwaschen und nicht selbst nachzeichnen).
Am 29. Mai findet dann die erste Bestrahlung statt.
Bestrahlt wird von Montag bis Freitag, 5 Wochen lang. Sonnabend, Sonntag und an Feiertagen findet keine Bestrahlung statt. Anscheinend macht der Tumor an diesen Tagen dann Pause.
Dann Prost - mit Salbeitee.

Freitag, 16. Mai 2008

07.30 Uhr MRT Schädel.
Die MRT-Aufnahme verlief bis ein paar blaue Flecken an den Unterarmen und leichtem Blutverlust ohne besondere Vorkommnisse.

Die Durchführung an sich ist schon unangenehm genug. Mit fixiertem Kopf ca. 20 Minuten in einer engen Röhre zuzubringen und von unangenehmen, lauten Geräuschen beschallt zu werden, ist nicht gerade prickelnd.

Die blauen Flecken bildeten sich nachdem die Schwester, scheinbar ungeübt, versuchte einen Zugang für das Kontrastmittel zu schaffen. Nachdem es ihr bei meinen linken Unterarm nicht gelang, versuchte sie es mehrfach an meinem rechten Arm. Irgendwann klappte es dann.
Den leichten Blutverlust erlitt ich beim Entfernen des Zugangs.

Ein Ergebniss habe ich noch nicht erhalten. Nachfragen werden ich zum nächsten Termin am 20. Mai wenn eine CT durchgeführt werden soll.

Dienstag, 20. Mai 2008

14.00 Uhr Maske + CT.
...so stand es für gestern auf dem Terminkarte. Außerdem wollte ich das Ergebniss meiner MRT-Aufnahme vom Freitag erfahren.
Nach der obligatorischen Wartezeit kam eine junge Asiatin und führte mich in einen abgedunkelten Raum um die Maske für die Strahlenbehandlung des Kopfes anzufertigen.
Ich mußte den Oberkörper frei machen, mich auf einen Tisch legen und den Kopf in einen schwarzen Klotz mit einer Ausbuchtung legen.
Nachdem die Schwester mir je einen Strich mit einem Stift auf Nase und Kinn gemacht hatte, wurde ich unter ein Gerät gefahren dass ein rotes Fadenkreuz aus Licht auf mein Gesicht zeichnete.
Die Schwester zeigt mir ein hellgrünes Plastiggeflecht und erklärte mir dass sie mir das Geflecht, nachdem sie es in Wasser getaucht hätte, auf mein Gesicht legen würde. Das Geflecht würde durch die Reaktion mit Wasser sehr warm und sehr biegsam werden, so erklärte sie es mir. Sie würde das Teil dann auf mein Gesicht legen und meiner Kopfform anpassen.

Genauso passierte es dann auch. Zu Anfang war das Geflecht zu heiß so das die Schwester einige Sekunden abwartete. Danach wurde das nasse warme Teil auf meinen Kopf gelegt.
Als erstes wurde die Folie im Bereich des Gesichts geöffnet, so das ich gut atmen und auch sehen konnte. Eine zweite Schwester kam zur Unterstützung, so sagte sie, und formte die Folie auf meiner rechten Kopfseite. Auf jeder Kopfseite war nun eine Schwester damit beschäftigt die Folie meiner Kopfform anzupassen.
Die Folie kühlte dann auch sehr schnell ab und härtete aus. Die Schwester nahm die Folie von meinem Kopf und fuhr mich mit dem Tisch in die Ausgangsposition.
Danach wischte mir die Schwester die Markierungen von Nase und Kinn, drückte mir die Maske in die Hand und schickte mich auf den Weg zum CT.

Nach der obligatorische Wartezeit wurde ich von meiner Asiatin in den CT-Raum geführt. Oberkörper freimachen, auf den Tisch legen, alles wie gehabt.
Dann stülpt mir die Schwester die Maske über den Kopf. Sie fixiert die Maske an drei Seiten, links, rechts und hinten und zwar so, das ich meinen Kopf absolut nicht mehr bewegen und nur mit Mühe schlucken konnte.
Mich überkommt ein Gefühl der absoluten Hilflosigkeit und ich denke an das "waterboarding". Ich kann alle Gliedmaßen bewegen, bin aber trotzdem gefesselt. Solch eine Hilflosigkeit habe ich bis jetzt nur in meinen Träumen erlebt!

Nachdem ich mehrfach durch den Ring der CT-Anlage gefahren wurde und auf die Kopf-Maske einige Markierungen gezeichnet wurden, mussten die Markierungen für die Bestrahlungen der Lunge gesetzt werden.

Dazu wurde ich einige Male durch den "Ring" gefahren. Die Asiatin setzte unter meiner linken und rechten Achsel und auf meiner Brust Markierungen. Die Markierungen auf der Haut, ich denke das ist mit einem wasserfesten Filzstift gemacht, sind mit einer Folie überklebt in deren Mittelpunkt sich ein kleines Metallstück befindet. Diese Marken sollen bleiben bis die Strahlen- therapie beendet ist. Mit dem Hinweis das ich nicht duschen und die markierten Stellen nicht waschen darf, wurde ich entlassen.

Nun wollte ich doch endlich noch wissen wie das Ergebnis der Aufnahme von Freitag ausgefallen war. Bei der Anmeldung hatte man mir gesagt, das der Bericht bereits geschrieben aber noch nicht freigegeben worden war. Ein Ergebnis mußte also vorliegen. Auf dem Weg zurück zur Anmeldung kam ich am Zimmer von Frau Dr. F. vorbei, sie war anwesend. Ich bin in das Zimmer, habe mich vorgestellt, und ihr mein Anliegen geschildert.
Sie konnte sich nicht an mich erinnern und konnte mit dem was ich von ihr wollte anfangs nichts anfangen. Also stellt ich mich nochmals vor und erklärte ihr nochmals was ich von ihr wollte. Sie begriff und bat mich im Wartezimmer Platz zu nehmen.
Kann es sein, das Ärzte nicht begreifen, das man auf heißen Kohlen sitzt bis man das Ergebnis einer Untersuchung erhalten hat? In meinem Fall heißt das: Metastasen im Kopf ja oder nein. Für den Arzt bedeuted Metastasen 'Ja' nur das Einstellen der Bestrahlungsanlage auf eine höhere Dosis, wahr- scheinlich ist nur ein Knopf ein wenig weiter nach rechts zu drehen.
Für mich bedeuted das 'Ja' oder 'Nein' eine längere Lebenserwartung ja oder nein.

Nach ca. 10 Minuten kam Frau Doktor und bat mich in ihr Zimmer. Sie hatte sich die Aufnahme vom Freitag angesehen und keine Auffälligkeiten entdeckt. Sie wäre zwar kein Röntgologe, könne aber aus ihrer langen Erfahrung heraus solche Aufnahmen beurteilen, erklärte sie mir.
"Mehr wollte ich doch garnicht"!

Als nächstes steht auf meiner Terminkarte: Mittwoch, 28.5. 10.30 Uhr Simulation.